zurück introvertiert/animativ Übersicht der KriterienDarstellung als Modell

[3.3.1.2]
Zum Kriterium der »Befindlichkeit«
bezüglich der introvertierten Tendenz

Hinsichtlich der introvertierten Tendenz stellt die Befindlichkeit oder die Stimmung den Selektionsfilter für die Kanalisierung dar. In einer fröhlichen Stimmung werden negative Reize ausgeblendet und umgekehrt. Der Filter der jeweiligen Befindlichkeit färbt die gesamte Wirklichkeitserfahrung ein. Da Befindlichkeiten schwanken und instabil sind, erhält die nach Integrität und Gefaßtheit strebende introvertierte Tendenz ständig verändernde Impulse, die intern austariert werden müssen.

Vielen Menschen fällt es schwer, negative Befindlichkeiten zuzulassen oder positive Stimmungen auch im Wissen um ihre Kurzfristigkeit zu genießen, weil sie im Sozialisationsprozeß dazu angehalten wurden, ihre wechselnden Befindlichkeit zugunsten der Präsentation eines stabilen Charakters zurückzustellen. Gerade in der inneren Hingabe an vorübergehenden Befindlichkeiten entwickelt sich aber eine basale Empfindungsfähigkeit, die eine Voraussetzung für die Entfaltung von Selbstgefühl und Empathie ist (vgl. Kapitel 3.2). Subjektive, sich von innen aufdrängende Befindlichkeiten, ob leidvoller oder freudvoller Art sollten seltener als Störungen der bewußten Selbstdarstellung oder der reibungslosen Kommunikation interpretiert und unterdrückt, sondern als seelische Signale angenommen werden. Ein auf die spezifische Befindlichkeit abgestimmtes, animatives Potential von Design trägt dazu bei, diese Signale der introvertierten Tendenz besser zu deuten und auszuleben.

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