[3.3.2.1]
Zum Kriterium der »Bekanntheit«
bezüglich der introvertierten Tendenz
Die Anknüpfung an ein Reizangebot wird bezüglich der introvertierten
Tendenz durch Intuition auf der Basis von Bekannthheit entschieden. Bei intuitiven
Entscheidungen, die schnell Weichen für anschließendes Handeln
stellen, ist es notwendig, sich auf sich selbst verlassen zu können. Bereits Bekanntes dient als
Entscheidungsgrundlage. Für die introvertierte Tendenz, deren Aktivitätsziel innere Gefaßtheit ist,
stellt Bekanntheit einen positiven Aspekt dar, weil sie stabilisierend auf die kognitive
Einordnung von Reizen wirkt. Das animative Potential von Design, das intuitive
Anschließbarkeit als ersten Schritt zur Entfaltung von sinnvollen Assoziationen hinsichtlich
der introvertierten Tendenz begünstigen will, muß deshalb bekannte Reize integrieren.
Bekanntheit als positives Kriterium für die Erfahrung unter dem Einfluß des
kognitiven Subprozesses der Anknüpfung wird auch zur Markenbindung eingesetzt. Daher ist
der ästhetische Charakter des Erscheinungsbilds bewährter Marken nur im Rahmen
der Einhaltung des Kriterium der Bekanntheit veränderbar und aktualisierbar.
Zu fragen ist, ob die Fähigkeit zur Konzeption von Design mit dominierendem
animativen Potential, das subjektiv oder zielgruppenspezifisch bekannte ästhetische
Elemente einsetzen muß, um einzelne Personen oder Gruppen von Gleichgesinnten zu
erreichen, überhaupt durch distanziertes Beobachten und bewußtes Analysieren
erlernt werden kann. Manche Designer verneinen dies und verlassen sich völlig auf ihr
eigenes Gespür. Viele Firmen setzen dagegen zunehmend Trendforscher ein, die aufgrund
der Analyse jetzt vertrauter ästhetischer Elemente Vorhersagen zur Konzeption neuer
Produkte machen. Das animative Potential, dem es gelingt, durch Einsatz des
ästhetischen Kriteriums der Bekanntheit eine unmittelbar scheinende Anknüpfung zu erleichtern
und eine intuitive Nähe herzustellen spielt im Konsumgüterbereich eine große
Rolle. Dabei ist darauf zu achten, daß das verwendete Bekanntheit ausdrückende
Reizmaterial nicht negativ besetzt oder bereits veraltet sind.
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