[4.3.1.1]
Zum Kriterium der »Vielfältigkeit«
bezüglich der polyvalenten Struktur
Im Vergleich zur integrativen Struktur, in der ein implizites Verständnis des
Wertungsprinzips der Ganzheitlichkeit angestrebt wird oder zur hierarchischen
Struktur, hinsichtlich der die Niveaudifferenz an einer expliziten Zielvorgabe gemessen
wird, entwickelt sich das Wertungsprinzip der Vielfältigkeit in der polyvalenten
Struktur durch mehrere, meist explizite und verschiedenartige Kommunikationsprozesse zu
einer Thematik. Dadurch führt die Orientierung an der polyvalenten Struktur die
sozialen Akteure nicht dazu nach der einen, besten Lösung eines Problems zu suchen.
Es werden viele kommunikative Wertungsprozesse relational zu unterschiedlichen
Bezügen initiiert, die verschiedenartige gute Ergebnisse anstreben.
Vielfältigkeit als ästhetisches Kriterium bezüglich der kommunikativen
Dimension der ästhetischen Erfahrung wirkt sich dahingehend aus, daß erstens die
Fähigkeit zur ironischen Distanz wichtig wird, die beispielsweise hinsichtlich dem Kriterium
der Ganzheitlichkeit eher negativ wirken würde. Zweitens ist flexibles Denken
gefordert und drittens die Kompetenz zur adäquaten Definition einer dem speziellen Fall
entsprechenden Richtgröße.
Das partizipative Potential von Design kann dem ästhetischen Kriterium der
Vielfältigkeit zum Beispiel durch das Angebot von unterschiedlichen, je spezielle
Vorteile bietenden Entwurfsvarianten zu einer Thematik entgegenkommen.
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