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[2.3.3]
Beispiel für die evokative Aktualität von Design

Weil viele Menschen bezüglich ihrer öffentlichen, alltäglichen Lebensumgebung nur wenige Gefühle von lebendiger Anmutung entwickeln können, verlieren sie das Interesse an dieser »kalten Welt«. Um durch die gefühlsorientierte ästhetische Erfahrung den gegenwartbezogenen Kontakt zum Lebenskontext zu erhalten, ist es besser, zum Beispiel in sozialen Einrichtungen Zonen zu schaffen, die mangels Möglichkeit der gemeinsamen Abstimmung zunächst irgendeine Form von lebendiger Anmutung ansprechen, als dem vermuteten kleinsten gemeinsamen Nenner entsprechend ein unauffälliges Reizniveau zu erzeugen.

Menschen engagieren sich für die Pflege und Mitgestaltung der Qualität ihres Lebenskontexts, sei dieser privat oder öffentlich wie ein Park, eine Wohnstraße, ein Gruppenraum usw. sicher intensiver, wenn sie das Gefühl der lebendigen Anmutung und der innerlichen Nähe zu den Gegenständen und ihrem Lebensumfeld einmal bewußt erfahren haben. Deshalb sollten Designer besonderes Verständnis für die Vielfalt von angenehm und lebendig empfundenen Anmutungen bezüglich des Lebensumfelds und Sensibilität für deren Ausdruck durch unterschiedlichste Gestaltungsmittel entwickeln und gestalterische Freiräume für Eigeninitiativen anbieten. Wie groß das Interesse an markant gestalteten Erlebnisräumen ist, zeigt mangels vergleichbarer qualitativ besserer Angebote in der Region, der Erfolg des Einkaufszentrums Centro, der nach Auswertung erster Bilanzen weniger im guten Absatz, als vielmehr an dem Interesse der Besucher liegt, sich in einem lebendig wirkenden, freundlichen Ambiente aufzuhalten.

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