[3.3.3.1]
Zum Kriterium der »Begierigkeit«
bezüglich der somatischen Tendenz
Der Organismus wird aus einer Kombination von genetischen und erlernten
Programmen gesteuert. Untersuchungen belegen, daß dem Menschen durch die Gene
eine Abneigung vor blau aussehenden Nahrungsmitteln mitgegeben ist. Das Ekelgefühl
gegenüber bestimmten Gerüchen von Eßbarem kann aber auch in negativen
subjektiven Erfahrungen gründen. Wenn beispielsweise nach dem Verzehr einer Speise
Übelkeit auftrat, erinnert sich der Körper später wieder an dieses Ereignis und
reagiert ablehnend auf Geruch, Geschmack oder Farbe ähnlicher Speisen. Solche
Gewohnheiten entwickeln sich ebenso gegenüber positiven Körpererfahrungen und den mit
ihnen verbundenen sinnlichen Reizen und sind die Basis für das Zustandekommen
von Begierde bezüglich dem Subprozeß der Zuneigung in Relation zur somatischen
Tendenz. Die intuitive emotionale Bewertung der Reizangebote aufgrund dieser
gewachsenen Erfahrungen muß nicht unbedingt mit den tatsächlichen Wirkungen auf den
Organismus konform gehen und die Begierigkeit kann auch ohne konkrete
Begegnung mit einem äußeren Reiz, allein durch die subliminal erzeugte innere Vorstellung
einsetzen. Das Kriterium der Begierigkeit beinhaltet bereits eine differenzierte
emotionale Erstbewertung. Das heißt, in diesem Zusammenhang ist mit Durst nicht die
allgemeine Vorstellung von irgendeinem Getränk verknüpft, sondern eine bestimmte
Weinsorte und ein spezielles Trinkgefühl.
Mittels dem sensitiven Potential von Design sind Reizangebote entsprechend
dieser emotionalen, körperlichen Begierigkeit zu gestalten. Zudem sind durch
speziell gestaltete Angebote neue Vorlieben erzeugbar.
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