[4.3.3.1]
Zum Kriterium der »Anschlußfähigkeit«
bezüglich der polyvalenten Struktur
Weder das Kriterium der Grenzenlosigkeit wie bezüglich der integrativen
Struktur noch das der Geschlossenheit wie hinsichtlich der hierarchischen Struktur eignen
sich für die Kennzeichnung des kooperativen Subprozesses der Verbindung in Relation
zur polyvalenten Struktur. Deren gesamte Zielrichtung ist Alternativenbildung, das
Nebeneinander von verschiedenen sozialen Systemen. Dies ist nicht durch
grenzenlose Angleichungen noch durch gegenseitige Abschottungen zu erreichen. Vielmehr
sollte jedes System für sich geschlossen sein können und gleichzeitig potentielle
Anschlußfähigkeit für die Kooperation mit anderen Systemen bereit halten.
Abgesehen von den subliminal erwachsenen Unterschieden zwischen Menschen,
erfordern verschiedene Tätigkeiten ob im Lebensrhythmus eines Individuums oder
innerhalb sozialer Systeme verschiedene ästhetische Stimmungen wie
Konzentration, Ruhe, Aufmerksamkeit, Anregung, Vielfalt usw. Eine distinktive, kanonische
Ästhetik würde alle Erlebensbereiche gleichermaßen durchziehen. Demgegenüber schafft
das partizipative Potential von Design unterschiedliche Zonen für verschiedene Erfahrungen
im privaten sowie im öffentlichen Raum. Gerade weil die Eigenständigkeit
alternativer, nebeneinander bestehender Systeme akzeptiert wird, läßt sich der Einfluß
des Subprozesses der Verbindung auf die Erfahrungskreation der Beteiligten
untereinander und zu den jeweils Außenstehenden durch das Kriterium der Anschlußfähigkeit
kennzeichnen und werten.
Das partizipative Potential von Design sollte dementsprechend weder die
Unterschiede nivellieren, noch künstlich verstärken, sondern diese respektieren und
die Herstellung von kooperativen Verbindungen zueinander gemäß dem Kriterium der
Anschlußfähigkeit erleichtern.
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