[4.3.3.1]
Beispiel für das partizipative Potential von Design
In öffentlichen Bereichen treffen häufig mehrere soziale Systeme aufeinander. Hier
sollten Orte angeboten werden, die jeweils nur die an einem bestimmten System
Beteiligten ansprechen und andere Orte, die sich für mitmenschliche Begegnungen über die durch
die Systemzugehörigkeit definierten Grenzen hinweg eignen. Beispielsweise wird in der
Stadtplanung auf eine grobe Durchmischung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen
geachtet, um die Entstehung von ausgegrenzten Gettos zu vermeiden.
Die Gestaltung von Krankenhäusern muß abgesehen von weiteren Subsystemen auf
drei funktional verschiedene soziale Systeme, die sich jeweils aus Kranken, Besuchern und
Personal untereinander bilden, eingehen und kann nicht nur für eines dieser Systeme
optimiert werden. Häufig bleibt das Kriterium der Anschlußfähigkeit unbeachtet. Schulen,
Universitäten oder Ämter sind meist nur auf ihre Funktion hinsichtlich einem sozialen System
hin optimiert. Sie installieren dadurch willkürliche Trennungen von Tätigkeitsabläufen und
erschweren das Entstehen von funktionsungebundenen, intersystemischen
Verbindungen zwischen den Menschen.
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