[4.3.2.1]
Beispiel für das partizipative Potential von Design
Die Designausbildung muß stärker an einer polyvalenten Struktur ausgerichtet
werden, um die Studenten zu befähigen, das partizipative Potential von Design gestalterich
umzusetzen. Eine didaktische Hinführung zur gestalterischen Kompetenz für die Konzeption
von Design mit einem klaren partizipativen Potential stellt daher vorhandene Auffassungen
im kritischen Vergleich nebeneinander dar, um zur eigenständigen Meinungsbildung und
Urteilsfähigkeit anzuregen. Die ersten Projektübungen sollten weniger auf Optimierung eines
Ansatzes, als auf kreative Ideenproduktion und gemeinsame Diskussion mehrerer
Alternativen zielen. Um im Sinne der polyvalenten Struktur mitzuwirken, reicht es nicht aus wie
bezüglich der integrativen Struktur einen vorgefundenen schicksalsgegebenen Weg
weiterzugehen und sich zu intergrieren oder sich durch unterordnende Rollenakzeptanz eine
sichere Position innerhalb der hierarchischen Struktur zu verschaffen. Lernziel ist es, durch die
Partizipation Urteilsfähigkeit zu entwickeln, indem die eigenen
Ideen wiederholt reflektiert, auf Relevanz für andere Menschen geprüft, modifiziert und erneuert werden.
Bezüglich der polyvalenten Struktur und dem zugehörigen partizipativen Potential
von Design hat jeder die Chance durch seine Mitwirkung zukunftsbezogene Vorschläge für
bessere Lebensformen zu machen und nicht in blinde Anpassung an bereits Bewährtes zu
versinken. Viele Studienprojekte, die ohne den Druck einer hierarchisch organisierten Firma
oder die wohlwollende, aber fachlich inkompetente Hilfe einer integrativ organisierten
Hobbywerkstatt entstanden sind, dokumentieren die Urteilsfähigkeit der Studenten und ihr
Engagement, kommunikative Beiträge hinsichtlich der polyvalenten Struktur zu liefern.
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