[5.3.1.1]
Zum Kriterium der »Erprobbarkeit«
bezüglich der kontextuellen Logik
Im Unterschied zu organischen Medien sind kontextuelle Medien bereits in
irgendeiner Form im Lebensumfeld fixiert. Bei Interaktionen mit Ihnen darf ein
bestimmtes Maß an Zuverlässigkeit erwartet werden. Neben dem Verhalten, das in der
Erwartungsbestätigung endet, vollzieht sich erprobendes Verhalten, das den
Erfahrungshorizont erweitert und verschiedene Arten von Interaktionen mit einem
Medium austestet. Welche Verhaltensweise überwiegt läßt sich schwer entscheiden.
Für die ästhetische Erfahrung der verändernden, erprobenden Interaktionen im
Lebenskontext ist es im Sinne der bisherigen Überlegungen und im Unterschied zu
romantisierenden oder anthroposophischen Auffassungen, welche die menschliche
Erfahrung der Naturverbundenheit als Wert an sich herausstellen, nicht von vornherein
entscheidend, ob sie an natürlich oder kulturell fixierten Medien ansetzt. Wichtig ist der
gestalterische Spielraum, der für selbständiges, erprobendes Verhalten im
Lebenskontext offen steht. Hier ist das situative Potential von Design förderlich einzusetzen.
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