[5.3.2.1]
Zum Kriterium der »Materialisierbarkeit«
bezüglich der kontextuellen Logik
Medien mit kontextueller Logik sind durch ihre Materialisierbarkeit fixierbar.
Dies heißt, daß ein Medium nicht für den Lebenskontext zur Verfügung stehen kann,
wenn seine Materialisierung beispielsweise aufgrund der unterschiedlichen Materialien
oder Bodenschätze, die der naturgegebene Lebensraum enthält, nicht gelingt.
Mitbeeinfluß durch diese differierenden Anfangsbedingungen entwickelten sich verschiedene
Kulturen. Heutzutage entsteht regionale Architektur nicht mehr allein wegen der
verschiedenen Baumaterialen wie Sandstein oder Granit, Weich- oder Hartholz die in einer
Gegend vorhanden sind und durch welche auch die Erfahrungen und Kenntnisse
beispielsweise der Handwerker mitgeprägt werden. Unterschiede bei der Gestaltung
der gegenständlichen Umwelt aufgrund von regionalen Materialvorkommen und
dem zugehörigen traditionellen Kunsthandwerk nahmen mit den Fortschritten des
Transportwesens ab (vgl. Punkt 5.3.2.2). Die Erleichterung der Fixierung von
Erfahrungen bezüglich kontextbezogenen Interaktionen ist ein Kennzeichen der modernen
Industriegesellschaft. Ihr Materialverschleiß wird erst heute offensichlich.
Dementsprechend muß das situative Potential von Design bezüglich dem Kriterium der
Materialisierbarkeit verstärkt ökologische Zusammenhänge berücksichtigen.
Aus diesem Ansatz folgt nicht zwangsläufig, daß die interaktiven Erfahrungen
im Lebensraum wiederum allein von den naturgegebenen Materialien abhängig
gemacht und somit eingeschränkt werden müssen. Die Anstrengungen sind vielmehr darauf
zu richten, durch Interaktionen mit dem Lebenskontext entwickelte und für
wertvoll befundene Erfahrungen in unterschiedlicher Weise, durch verschiedene
Materialien und Verarbeitungsverfahren zu fixieren. Dadurch kann das situative Potential
von Design dazu beitragen, kulturell gewachsene Unterschiede zu pflegen und
sinnvolle Erfahrungen im Umgang mit kontextuellen Logiken interkulturell zu fixieren.
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